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Freitag, 1. April 2011

Nach dem Tod hinaus

Der Tod ist ein fester Bestandteil des Lebens. Als Muslime sehen wir den Tod als Übergang in das eigentliche, dauerhafte Leben – in die Akhira.

Die meisten von uns erträumen sich ein sorgenfreies Leben: Viel Geld, gutes regelmäßiges Einkommen, ausgesorgt zu haben und all das tun und zu lassen, was man möchte. Viele von uns interessiert deswegen „brennend“ wie man Millionär wird. Tatsächlich gibt es auch einige wenige Menschen auf der Welt, die sich in dieser finanziellen Situation befinden. Einige von ihnen haben dies erreicht, weil sie sich mehr als die anderen angestrengt oder richtig investiert haben.

Ähnlich verhält sich es sich mit der Situation im Jenseits: Wer sich anstrengt und auch in die richtigen Dinge investiert, wird – inschallah – im ewigen Leben „ausgesorgt“ haben. Sollten wir als Muslime nicht stark daran interessiert sein, in was wir im Diesseits investieren müssen, damit wir es im Jenseits besser haben?

Ich habe eine „todsichere“ Investitionsanlage:

In den letzten Wochen habe ich und meine Kollegin Emha auf unseren Blogs und auch auf der muslimehelfen-Webseite oder in der mh-zeitung an die Bedeutung der Waisenhilfe im Islam erinnert. Welche Bedeutung die regelmäßige Unterstützung als Wali besitzt, habe ich bereits auch in meinem Blog erläutert.
Eine wichtige Verbindung zwischen der regelmäßigen Waisenhilfe und der Nachhaltigkeit von Waisen-Projekten möchte ich heute aufzeigen: Je mehr Walis wir haben, desto langfristiger und nachhaltiger können wir die Waisen-Projekte wie z.B. die bereits gebauten Waisenzentren durchführen.

Nachhaltige Unterstützung der Waisen bedeutet, sie mit Bildung zu versorgen, damit sie später ohne Hilfe von außen auf ihren eigenen Füßen stehen können. Das bedeutet aber auch, dass sie selbst später inschallah finanziell stabile Familie haben werden. Der Armutskreislauf wäre so durchbrochen.

Was ich selbst in den Projektländern miterlebt habe, ist, dass ehemalige Waisen später als Freiwillige oder als hochmotivierte Angestellte bei den zukünftigen Waisen-Projekten mitwirken. Das ist ein weiteres Plus bei längerfristigen Projekten.
Das Tolle als Wali ist zudem, dass die Sadaqa als eine sog. Sadaqa al-Dscharija gezählt wird. Diese Art der Spenden stützen ja die Projekte, die jahrzehntelang bestehen bzw. Generationen für die Waisenkinder zur Verfügung stehen. Das ist Investition, die über den Tod hinaus Belohnung bringt.
Dies reicht wahrscheinlich auch für eine Villa mit Swimmingpool und 365 Tage Sonne im Jahr gleich in der Nähe des Propheten Muhammad (s).
Ist das nicht eine lohnende Investitionsanlage?

Rüstü Aslandur, muslimehelfen

Freitag, 18. März 2011

Die Mutter des meistgeliebten Menschen gestorben

Gestern jährte sich der Todestag der Mutter unseres geliebten Propheten (s). Der Prophet (s) wurde mit dem Tod seiner Mutter in seinem sechsten Lebensjahr zu einem Vollwaisen. Allah hat ihm dieses Schicksal als Waisenkind wahrscheinlich auch deswegen zugeteilt, damit er selbst diese Situation durchleben und auf die beste Weise als Beispiel für die Waisenfürsorge dienen kann.
In der Zeit vor dem Islam war es üblich, die Güter des Waisen zu beschlagnahmen und für sich zu nutzen. Gegen die Unterdrückung der Waisenkinder wehrte sich kaum jemand. Es galt das Recht der Stärkeren, was sich heute in manchen Gegenden der Welt kaum verändert hat.
Es wird überliefert, dass der Offenbarungsanlass der Sure Al-Maun (Nr. 107) mit einem der Führer der Quraisch, Abu Dschahl, zusammenhängt. Dieser weigerte sich einem Waisen sein rechtmäßiges Eigentum auszuhändigen. Das Waisenkind wandte sich deswegen an den Propheten (s), worauf Abu Dschahl daraufhin dem Waisen sein Eigentum aushändigen musste.
Zudem sehen wir an der Geschichte von Anas bin Malik (r.a.) ganz gut, wie der Prophet (s) mit Waisen umgegangen ist. Die Mutter von Anas (r.a.), Ummu Sulaym, gab ihren Sohn nach dem Tod ihres Mannes in die Dienste des Propheten (s). Der Prophet (s) akzeptierte das Angebot der Mutter und nahm den klugen Anas (r.a.) in seine Obhut. Anas befand sich dann lange Jahre in den Diensten des Gesandten Allahs (s). In dieser Zeit behandelte der Prophet (s) Anas (r.a.) wie einen eigenen Sohn. Anas (r.a.) erfuhr niemals eine grobe Behandlung durch den Propheten (s), noch schimpfte er (s) mit ihm. Der Gesandte Allahs (s) hielt sogar seine Frauen mit den Worten „Lasst den Jungen“ zurück, wenn Anas etwas angestellt hatte. Dies bestätigt Anas b. Malik (r.a.) selbst in einem Hadith: „Ich war neun Jahre in den Diensten des Gesandten Allahs (s), ich habe [in dieser Zeit] nie erlebt, dass er zu mir sagte: ‚Warum hast du [nur bloß] das gemacht’ oder dass er mich wegen einer Sache, die ich getan hatte, tadelte.“ Anas (r.a.) war nicht der einzige Waise, um den sich der Prophet (s) kümmerte. Asad b. Zurara (r.a.) verfügte in seinem Sterbebett, dass der Prophet (s) sich um seine drei Töchter kümmern sollte. Auch für diese Mädchen war der Prophet (s) wie ein Vater und verheiratete als sie zu jungen Frauen herangewachsen waren.
Dieses beispielhafte Verhalten des Gesandten Gottes (s) wurde auch von den Frauen des Propheten (s) und seinen Gefährten zum Vorbild genommen. Vieler dieser übernahmen die Versorgung und Erziehung der Waisen und sorgten auch in anderen Belangen um sie.
Nicht nur in der Zeit des Propheten Muhammad (s) und seiner Gefährten gab es bedürftige Waisenkinder. Auch heute leben überall Kinder, die ihren Versorger verloren haben. Da im Islam der Glaube an Gott und die gute, wohltätige Tat untrennbar miteinander verbunden sind, zählt auch die Unterstützung von Waisen als Gottesdienst bei Allah.
Eilen wir als Muslime Waisenkinder - entsprechend dem Wort Gottes und dem Beispiel unseres Propheten (s) zur Hilfe. Nehmen wir unseren geliebten Propheten Muhammad (s) als Vorbild!

Rüştü Aslandur, muslimehelfen

Freitag, 4. März 2011

Interessiert das noch jemanden?


Heute habe ich meinen „Blog-Tag“ und ich tue mir schwer damit – und das nicht zum ersten Mal. Nicht, dass ich mit den anvisierten Themen nicht zurechtkommen würde oder ich das heutige Thema oder die früheren Themen als unwichtig empfinden würde, also Motivationsschwierigkeiten hätte. Nein, das ist nicht der Grund! Meine Schwierigkeit rührt daher, weil ich merke, dass wichtige Themen nicht unbedingt von Interesse sind. Woran liegt das? Sind wir alle mittlerweile so abgestumpft, dass für uns nur Themen und Dinge „cool“ sind und uns interessieren, wenn sie neu, dramatisch oder tragisch, lustig oder „richtig abgefahren“ sind?

Dass Menschen tagtäglich Hunger haben, Millionen von Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser besitzen, (nicht nur) Waisenkinder betteln müssen und ausgebeutet werden usw. lockt keinen mehr hinter dem Ofen hervor.

Wie viele interessiert es z.B., dass nächste Woche die Woche der Waisen beginnt und wir damit auf das Schicksal der Waisenkinder aufmerksam machen wollen? Ist es für die Leser von Interesse, dass wir mehr als 1200 Waisenkinder unterstützen und alhamdulillah bisher 3 Waisenzentren fertig gebaut haben, sich eines im Bau befindet und ein weiteres in Planung ist? Wahrscheinlich ist das kaum von Interesse, als dass es ein „Gefällt mir-Klick“ bei Facebook „verdient“ hätte.

Ach ja: Mein Thema für heute war das Thema „Wali“. Das ist jemand, der sich als Beschützer, Betreuer und Unterstützer für Waisen einsetzt. Ich wollte die wunderbare Möglichkeit erwähnen, dass man als Wali auch mit kleinen regelmäßigen Beträgen Waisenkindern mittels muslimehelfen eine bessere Zukunft bieten kann (http://www.muslimehelfen.org/kampagne/woche-der-waisen/spendenformular.html). Dann wollte ich schreiben, warum man sich keine Waisenkinder bei muslimehelfen „aussuchen“ kann.

Solche Gedanken wollte ich durch paar Koranverse und Ahadith stützen und bekräftigen. Aber ich frage mich halt „Interessiert das noch jemanden?“

Vielleicht liegt es ja auch nur an mir selbst, dass ich den Inhalt meines Blogs nicht interessant genug darstellen kann und ich nicht wirklich in der Lage bin die Wichtigkeit meines Themas zu vermitteln...


Rüstü Aslandur muslimehelfen



Freitag, 25. Februar 2011

Die zwei Finger des Propheten (s)

Der Prophet (s) und seine Gefährten waren sich der Bedeutung der Unterstützung von Waisen bewusst und wussten auch um die große Belohnung dafür. Sowohl die Frauen des Propheten (s), als auch andere Gefährten wetteiferten oft in diesem Sinne miteinander, von denen wir einige Beispiele hier aufführen wollen.

Hamza (r.a.), der Onkel des Propheten (s), der ihn beschützt und die Muslime gestärkt hatte, war in der Schlacht von Uhud als Märtyrer gefallen. Die Tochter Hamzas, Umama, war dadurch zur Waise geworden. Zaid, Ali und Dschafar, als ihre nächsten Verwandten, wetteiferten darum, das Waisenmädchen in ihre Obhut zu nehmen und so zu den Glücklichen zu gehören, die ein Waisenkind in ihrem Haus beherbergen. (Ibn Sayidinnâs, II, 32 )

Der Prophet (s) bemerkte einmal, dass jemand, der einen Dattelgarten für einen Waisen spendet, als Belohnung einen Garten im Paradies erhalten wird. Daraufhin kaufte ein Gefährte namens Ibnu'd-Dahhaha einen Dattelgarten und spendete es einem Waisenkind. Der Prophet Muhammad (s) drückte seine Freude darüber aus. (Wâqidî, Maghâzî, 1/281)

Aischa (r.a.), die Ehefrau des Propheten (s); übernahm die Versorgung und Erziehung der Töchter ihres verstorbenen Bruders Muhammad und kümmerte sich auch um weitere Belange dieser Mädchen bis sie verheiratet waren. Sie berichtete dem Propheten (s) einmal, zu ihr sei eine Witwe mit ihren zwei Mädchen gekommen und weil sie selbst nicht mehr besaß, habe sie ihnen nur eine einzige Dattel geben können. Der Prophet (s) bemerkte daraufhin, dass aufgrund der Versorgung dieser Kinder Allah ein Schutzschild gegen das Feuer für einen bilden wird. (Buhari, Muslim)

Man sieht durch diese Bespiele, dass für die Gefährten die Hilfe gegenüber den Waisen aufgrund des Beispiels des Gesandten Allahs (s) eine wichtigen Stellenwert in ihren Leben einnahm. Sie glaubten nicht nur an die Aussage, die der Prophet (s) ihnen mitgeteilt hatte, sondern sie lebten sie ihrer Zeit, der heißt: „'Ich und derjenige, der für eine Waise sorgt, werden im Paradies so sein.' Und der Prophet zeigte dies mit dem Zeigefinger und dem Mittelfinger, indem er sie geringfügig voneinander spreizte." (Buchari).

Rüştü Aslandur, muslimehelfen

Freitag, 18. Februar 2011

Allah hat sie uns anvertraut


Wie die Gesellschaft mit manchen Menschengruppen umgeht, die der Hilfe bedürfen, ist ein Spiegelbild der Gesellschaft selbst.

So ist die Behandlung der Alten, der Bedürftigen, der Kinder oder der Behinderten ein Indikator dafür, ob und wie weit die Gesellschaft Solidarität und Menschlichkeit zeigt oder ob die Schwächeren auf der Strecke bleiben.

Waisenkinder gehören zweifellos auch zu dieser Gruppe. Ein Kind, der Vater, Mutter oder beide Elternteile verloren hat, ist psychisch, sozial und finanziell benachteiligt - fast immer.
Auf der anderen Seite prüft Allah die Menschen mit den anderen: „Er ist es, Der euch zu Nachfolgern (auf) der Erde gemacht und die einen von euch über die anderen um Rangstufen erhöht hat, damit Er euch mit dem, was Er euch gegeben hat, prüfe. Gewiss, dein Herr ist schnell im Bestrafen, aber Er ist auch wahrlich Allvergebend und Barmherzig.“ (Koran Sure 6 Vers 165). Die erwähnten „Rangstufen“ können verschiedene Dinge sein, natürlich auch materielle und finanzielle Güter.

Die Tatsache, dass es in unserer Umgebung keine Waisen gibt bzw. sie nicht sichtbar sind, bedeutet nicht, dass wir nicht mit ihnen „geprüft“ werden und ihnen nicht unsere helfende Hand reichen brauchen. Wir haben heutzutage die Möglichkeit Waisen fast überall in der Welt zu helfen.
Waisenkinder sind weltweit der Ausbeutung ausgesetzt. Sie können leicht als billige Arbeitskräfte, im Kinder- und Prostitutionshandel ausgebeutet werden. Durch Krieg, Gewalt und Flucht werden besonders Kinder betroffen. Sie werden verletzt, traumatisiert und entwurzelt. Ohne Schutz und Fürsorge der Eltern fehlt ihnen oft Nahrung, Kleidung, medizinische Versorgung, Schulbildung und Liebe.

Allah selbst hat besonders der muslimischen Umma die Waisenkinder für alle Zeiten anvertraut (siehe z.B. Sura al-Maun). Er ließ Seinen letzten Gesandten (s) als Waise aufwachsen und stellte somit sicher, dass er (s) das Schicksal eines Waisen am eigenen Leibe erlebt. Die Umma ist deswegen verantwortlich für den Schutz und die Fürsorge der Waisenkinder auf der Welt.
Die Quellen des Islam und die Informationen über den jetzigen Zustand der Waisen sind Hinweise und Aufforderung genug, um uns mit diesem Thema zu beschäftigen und den Waisenkindern zu Hilfe zu eilen.

Waisen werden mit Schwerem geprüft, aber Allah verspricht jedem, der bei einer schweren Prüfung standhaft ist, große Belohnung. Und wir alle werden geprüft, ob wir den Waisenkindern helfen.
Die Woche der Waisen ist ein Anlass dafür, dass wir uns mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen und konkret helfen können.

Rüştü Aslandur muslimehelfen

Freitag, 3. Dezember 2010

Tod meiner Schwester

Inna lillahi wa inna ilaihi raadschi'un - von Allah kommen wir und zu Ihm kehren wir zurück.

Jemand hat mal gesagt, dass das Leben auf dieser Erde die Zeit zwischen dem Adhan (Gebetsruf), der bei der Geburt eines Menschen gesprochen wurde und dem Gebet, der bei seinem Tod für ihn verrichtet wird, ist.

Letzten Donnerstag rief mich Bruder Adnan aus Hamburg an. Er leitet unsere muslimehelfen-Ansargruppe in Hamburg, unsere ehrenamtlichen Helfer, die seit Jahren sehr erfolgreich Benefizveranstaltungen organisieren. Von den Spenden dieser Benefizveranstaltungen haben bisher tausende Bedürftige profitiert. Unserer Ansargruppe lagen besonders Waisenkinder am Herzen, so dass sie mehrere Male ein Sommerfest für Waisenkinder durchführten, für das sie sich monatelang vorbereiten mussten.

Die Nachricht, die mir Bruder Adnan am Telefon übermittelt, erschütterte mich: Unsere Schwester Najla aus dieser Ansargruppe war bei einem tragischen Autounfall umgekommen!
Es war im letzten Sommerfest, bei der ich Schwester Najla zum letzen Mal gesehen hatte. Sie war die „rechte Hand“ von Adnan. Obwohl sie als Ärztin beruflich sehr beschäftigt war, gönnte sie sich keine Ruhe: Sie setzte ihre ganze freie Zeit in der Ansargruppe ein, unterrichtete Kinder und Jugendliche in der Moschee und stand zur Verfügung, wenn der Einsatz für Allah und den Islam gefragt war. Sie tat dies stets ohne sich in den Vordergrund zu drängen oder Aufmerksamkeit für sich zu beanspruchen. So war sie Vorbild für viele jüngere Geschwister in ihrem Umfeld.

Beim letzten Sommerfest hatte ich sie zuletzt gesprochen. Aber wer außer Allah konnte wissen, dass dies das letzte Mal sein sollte. Wie gerne hätte ich ihr gesagt, dass ich sie als Schwester schätze und ihren Einsatz bewundere. Diese Wertschätzung werde ich nun in meinen Duas (Bittgebeten) für sie ausdrücken.

Möge Allah sie in Seine Barmherzigkeit aufnehmen und ihr für ihre Anstrengungen das Paradies geben. Die Worte unseres geliebten Prophet (s) drücken auch meine Gefühle und die von muslimehelfen aus. Als der Sohn des Propheten (s) gestorben war, sagte er (s): „Die Augen vergießen Tränen und die Herzen trauern.“

Rüştü Aslandur, muslimehelfen