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Freitag, 18. Februar 2011

Allah hat sie uns anvertraut


Wie die Gesellschaft mit manchen Menschengruppen umgeht, die der Hilfe bedürfen, ist ein Spiegelbild der Gesellschaft selbst.

So ist die Behandlung der Alten, der Bedürftigen, der Kinder oder der Behinderten ein Indikator dafür, ob und wie weit die Gesellschaft Solidarität und Menschlichkeit zeigt oder ob die Schwächeren auf der Strecke bleiben.

Waisenkinder gehören zweifellos auch zu dieser Gruppe. Ein Kind, der Vater, Mutter oder beide Elternteile verloren hat, ist psychisch, sozial und finanziell benachteiligt - fast immer.
Auf der anderen Seite prüft Allah die Menschen mit den anderen: „Er ist es, Der euch zu Nachfolgern (auf) der Erde gemacht und die einen von euch über die anderen um Rangstufen erhöht hat, damit Er euch mit dem, was Er euch gegeben hat, prüfe. Gewiss, dein Herr ist schnell im Bestrafen, aber Er ist auch wahrlich Allvergebend und Barmherzig.“ (Koran Sure 6 Vers 165). Die erwähnten „Rangstufen“ können verschiedene Dinge sein, natürlich auch materielle und finanzielle Güter.

Die Tatsache, dass es in unserer Umgebung keine Waisen gibt bzw. sie nicht sichtbar sind, bedeutet nicht, dass wir nicht mit ihnen „geprüft“ werden und ihnen nicht unsere helfende Hand reichen brauchen. Wir haben heutzutage die Möglichkeit Waisen fast überall in der Welt zu helfen.
Waisenkinder sind weltweit der Ausbeutung ausgesetzt. Sie können leicht als billige Arbeitskräfte, im Kinder- und Prostitutionshandel ausgebeutet werden. Durch Krieg, Gewalt und Flucht werden besonders Kinder betroffen. Sie werden verletzt, traumatisiert und entwurzelt. Ohne Schutz und Fürsorge der Eltern fehlt ihnen oft Nahrung, Kleidung, medizinische Versorgung, Schulbildung und Liebe.

Allah selbst hat besonders der muslimischen Umma die Waisenkinder für alle Zeiten anvertraut (siehe z.B. Sura al-Maun). Er ließ Seinen letzten Gesandten (s) als Waise aufwachsen und stellte somit sicher, dass er (s) das Schicksal eines Waisen am eigenen Leibe erlebt. Die Umma ist deswegen verantwortlich für den Schutz und die Fürsorge der Waisenkinder auf der Welt.
Die Quellen des Islam und die Informationen über den jetzigen Zustand der Waisen sind Hinweise und Aufforderung genug, um uns mit diesem Thema zu beschäftigen und den Waisenkindern zu Hilfe zu eilen.

Waisen werden mit Schwerem geprüft, aber Allah verspricht jedem, der bei einer schweren Prüfung standhaft ist, große Belohnung. Und wir alle werden geprüft, ob wir den Waisenkindern helfen.
Die Woche der Waisen ist ein Anlass dafür, dass wir uns mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen und konkret helfen können.

Rüştü Aslandur muslimehelfen

Freitag, 17. Dezember 2010

Warum hat das Waisenkind Nana Aids?


Nana, ein Waisenmädchen aus Burundi. Ich habe sie letztes Jahr durch muslimehelfen kennen gelernt. Nana wurde von ihrer Mutter mit Aids infiziert. Die Mutter verstarb, als sie klein war.
Die Frage, warum Nana mit HIV infiziert ist, lässt uns unweigerlich nachdenken: „Warum lässt Allah so viel Leid zu?“. Das hat mich als Kind und Jugendlicher oft beschäftigt. Damals wusste ich keine Antwort. Deshalb wollte ich mal Medizin studieren, um als Arzt den Kindern in Afrika zu helfen.


Einer der Namen Allahs ist „Al-Qadiir“, also Der zu allem die Macht besitzt.
Allah sagt im Koran: „Wenn Allah dir Unheil widerfahren lässt, so kann es keiner hinweg nehmen, außer Ihm. Und wenn Er dir (etwas) Gutes widerfahren lässt, – so hat Er zu allem die Macht.“
(6:17) („fa huwa 'ala kulli schay'in qadiir“) -

Warum entfernt Allah das Leid aber nicht, wenn Er dazu die Macht hat?

Zunächst hat Allah diese Welt (dunya) nicht für die Ewigkeit erschaffen und das Leben als eine Zeit der Prüfung bestimmt. Ein Leben ohne Prüfung ist nicht vorstellbar. Allah prüft auch Menschen untereinander. Wohlhabende Menschen stellt Er auf die Probe, z.B. mit den Armen und Bedürftigen. Viel Leid ließe sich vermeiden, wenn menschengemachte Ungerechtigkeiten aufhören würden. Hunger ist hauptsächlich ein Verteilungsproblem. Manches ließe sich auch lösen, wenn die Gesetze Allahs (Sunnatullah), besser beachtet werden würden.

Nana`s Krankheit ist für sie eine schwere Prüfung. Und Allah prüft uns, ob wir Nana helfen.

Rüştü Aslandur, muslimehelfen

Freitag, 29. Oktober 2010

Kurban - Sinn und Praxis

Zur Zeit der Haddsch begehen wir Muslime Jahr für Jahr das Opferfest. Dieses Ereignis fällt auf den 10. Dhu‘l Hiddscha des islamischen Mondkalenders. Das Fest steht in Verbindung mit dem Vorbild des Propheten Ibrahims (s), der großen Wallfahrt (Haddsch) und dem Opfern eines Opfertieres.

Ein Opfer als Prüfung und Zeichen
Kannst Du auf das Liebste verzichten? Dem Propheten Ibrahim (as) wurde diese Frage gestellt. Um Allahs Willen zu erfüllen, sollte er seinen einzigen Sohn Ismail opfern. Als die beiden in vollständiger Gottergebenheit Allahs Anweisungen umsetzen wollten, befreite der Allbarmherzige sie von dieser Prüfung und sandte ihnen stattdessen ein Opfertier.

Ziel und Absicht des Opferns
Es ging hier also niemals um Fleisch oder Blut. Wenn wir Muslime das Opfer durchführen, geht es um Gottesfurcht. Gott prüft damit unsere Opferbereitschaft. Im Koran heißt es dazu: „Sicher erreicht nicht ihr Fleisch Allah, und nicht ihr Blut, sondern es erreicht Ihn die Gottesfurcht von euch.“ (Koran Sure 22, Vers 37)

Das Gebot des Opferns
Der Prophet Muhammad (s) sagte: „Wer (sich im) Wohlstand (be-)findet und nicht opfert, der soll sich bestimmt nicht unserem Gebetsplatz nähern!“ (überliefert in Darimi)
Islamische Gelehrte bemerken, dass das Darbringen eines Opfertieres verpflichtend ist (wadschib) bzw. eine starke Sunna (sunna al-mu’akkadah) darstellt.

Jemanden zum Opfern beauftragen
Der Prophet (s) hat im Namen seiner Ehefrauen Tiere geopfert. Insofern erlaubt der Islam jemanden zu beauftragen, für ihn zu schächten. Daher senden viele Muslime Geld zu Verwandten ins Ausland oder geben Hilfsorganisationen, wie z.B. muslimehelfen, den Auftrag die Schächtung durchzuführen. So erhält jeder Muslim doppelte Belohnung: Erstens, er erfüllt die islamische Vorschrift. Zweitens, er spendet das ganze Opfertier an Bedürftige.

Möge Allah alle Opferspenden annehmen und das Leid der Bedürftigen dadurch lindern!

Wassalam
Rüştü Aslandur, muslimehelfen