Posts mit dem Label Schächten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schächten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 5. November 2010

„Kann ich Euch vertrauen?“

Ist das eine Frage, die ihr euch mal in Zusammenhang mit muslimehelfen gestellt habt?
Diesen und ähnlichen Fragen begegnen wir nicht nur in der Zeit des Kurban.
Ich sehe dieses Hinterfragen weder kritisch, noch überflüssig an. Im Gegenteil. Vertrauen ist einer der elementarsten Bedingung, die erfüllt sein muss, wenn Menschen eine Beziehung eingehen: In der Ehe, beim Handel, bei der Auswahl eines Lehrers usw. Und nicht zuletzt vertrauen wir Muslime auf einen Menschen, der die abschließende Offenbarung Gottes erhielt und verkündet hat. Nicht zufällig hat Allah, der Erhabene, solch einen Gesandten erwählt, der von seinen Landsleuten den Beinamen „al-Amin“ (der Vertrauenswürdige) erhielt.
Also ist es auch gut, dass jemand versucht herauszufinden, ob eine Hilfsorganisation mit seinen Spenden vertrauenswürdig umgeht und im Falle des Kurban, seine Pflicht der Kurbanschächtung islamisch korrekt vornehmen lässt.

Wie können wir aber das Vertrauen der Menschen, die durch muslimehelfen, Bedürftige unterstützen wollen, gewinnen? Vor allem, wenn wir uns nicht persönlich kennen? Kaum jemand wohnt ja in der Nähe unseres Büros und hat die Möglichkeit einen face-to-face Kontakt herzustellen. Das ist also kein einfaches Unterfangen.
Wir haben ja eigentlich nur die Kommunikationskanäle wie die mh-Zeitschrift, Webseite, Facebook-Seite, Blog, mit der wir etwas mitteilen können. Oder jemand ruft bei uns an und stellt die Fragen, die ihn bewegen, direkt an uns.
Am Beispiel von mir selbst möchte ich aufzeigen, wie ich selbst Vertrauen zu muslimehelfen gewonnen habe. Denn das kann ich am besten nachverfolgen und aufzeigen.
Seit seiner Gründung habe ich muslimehelfen mehr als 15 Jahre als ehrenamtlicher Helfer unterstützt: Ich habe (gebrauchte) Rollstühle für Afghanistan besorgt, Medikamente für Bosnien gesammelt, Spenden für verschiedene Projekte weitergegeben und auch Kurban für mich und meine Familien schächten lassen. Informationen bekam ich über muslimehelfen von manchen Geschwistern und durch Briefe und Publikationen. Ganz toll fand ich die Tatsache, dass muslimehelfen aus einer Initiative von deutschsprachigen Muslimen entstand. Nun bin ich seit etwa acht Jahren bei muslimehelfen beschäftigt. Meine Kurbanhilfe und meine Unterstützung für muslimehelfen gehen noch intensiver weiter. Das bedeutet, dass mein Vertrauen gewachsen ist, nachdem ich noch mehr Einsicht in die Arbeit von muslimehelfen bekommen konnte.

Alhamdulillah hatte ich vor einiger Zeit auch sogar die Gelegenheit bei Kurbanprojekten vor Ort anwesend zu sein. So konnte ich auch als Augenzeuge in Veranstaltungen darüber berichten wie die Kurbanschächtung und –verteilung konkret vor Ort abläuft.
Damit ihr nachvollziehen wie Kurban in den Projektländern abläuft , haben wir für euch einen Film auf Youtube hineingestellt:
http://www.youtube.com/watch?v=M73ZO45tnas

Unsere Projektpartner versuchen gewissenhaft den Auftrag der Kurbanschächtung durchzuführen. Sie versehen die Opfertiere mit den Namen der Kurbanspender (siehe Foto).
Nach der Schächtung schicken wir jedem Spender dann eine Kurban-Urkunde zu, die bestätigt, dass wir in seinem Namen den Kurban schächten ließen.

Wassalam
Rüstü Aslandur, muslimehelfen

Freitag, 29. Oktober 2010

Kurban - Sinn und Praxis

Zur Zeit der Haddsch begehen wir Muslime Jahr für Jahr das Opferfest. Dieses Ereignis fällt auf den 10. Dhu‘l Hiddscha des islamischen Mondkalenders. Das Fest steht in Verbindung mit dem Vorbild des Propheten Ibrahims (s), der großen Wallfahrt (Haddsch) und dem Opfern eines Opfertieres.

Ein Opfer als Prüfung und Zeichen
Kannst Du auf das Liebste verzichten? Dem Propheten Ibrahim (as) wurde diese Frage gestellt. Um Allahs Willen zu erfüllen, sollte er seinen einzigen Sohn Ismail opfern. Als die beiden in vollständiger Gottergebenheit Allahs Anweisungen umsetzen wollten, befreite der Allbarmherzige sie von dieser Prüfung und sandte ihnen stattdessen ein Opfertier.

Ziel und Absicht des Opferns
Es ging hier also niemals um Fleisch oder Blut. Wenn wir Muslime das Opfer durchführen, geht es um Gottesfurcht. Gott prüft damit unsere Opferbereitschaft. Im Koran heißt es dazu: „Sicher erreicht nicht ihr Fleisch Allah, und nicht ihr Blut, sondern es erreicht Ihn die Gottesfurcht von euch.“ (Koran Sure 22, Vers 37)

Das Gebot des Opferns
Der Prophet Muhammad (s) sagte: „Wer (sich im) Wohlstand (be-)findet und nicht opfert, der soll sich bestimmt nicht unserem Gebetsplatz nähern!“ (überliefert in Darimi)
Islamische Gelehrte bemerken, dass das Darbringen eines Opfertieres verpflichtend ist (wadschib) bzw. eine starke Sunna (sunna al-mu’akkadah) darstellt.

Jemanden zum Opfern beauftragen
Der Prophet (s) hat im Namen seiner Ehefrauen Tiere geopfert. Insofern erlaubt der Islam jemanden zu beauftragen, für ihn zu schächten. Daher senden viele Muslime Geld zu Verwandten ins Ausland oder geben Hilfsorganisationen, wie z.B. muslimehelfen, den Auftrag die Schächtung durchzuführen. So erhält jeder Muslim doppelte Belohnung: Erstens, er erfüllt die islamische Vorschrift. Zweitens, er spendet das ganze Opfertier an Bedürftige.

Möge Allah alle Opferspenden annehmen und das Leid der Bedürftigen dadurch lindern!

Wassalam
Rüştü Aslandur, muslimehelfen