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Freitag, 15. April 2011

„Und tötet sie, wo immer ihr auf sie trefft...“

So beginnt der Koranvers 191 in der Sura Al-Baqara. Es ist einer der Koranverse, die am meisten von Islamgegnern oder Islam- bzw. Muslimhassern zitiert werden. Damit möchten sie belegen wie aggressiv, intolerant und gewaltbejahend der Koran bzw. der Islam ist. Passt ja auch irgendwie in das allgemein verbreitete Bild vom Islam und den Muslimen, das mit Terror, Gewalt und Unterdrückung in Zusammenhang gebracht wird. Solche Leute wollen uns glauben machen, dass das Töten eines „Ungläubigen“ für Muslime genauso Pflicht ist wie z.B. das fünfmalige Gebet.

Nicht nur eine absurde Vorstellung, sondern eher ein Fall für den Psychiater.
Seit über 1.400 Jahren leben Christen, Juden und Andersgläubige in den muslimischen Kernländern mit Muslimen zusammen. Entweder haben die Muslime und ihre Führungen in dem anderthalb Jahrtausend des Zusammenlebens den Koran völlig falsch verstanden und praktiziert oder diesen besagten Menschen und ihren Organisationen geht es um etwas anderes.

Weiterhin bringen Fakten der Geschichte und selbst oberflächliche Studien ein anderes Ergebnis zutage: Es sind mehr Muslime getötet worden in den letzten Jahrzehnten (z.B. mehrere zehntausend Zivilisten im Irak und Afghanistan) als umgekehrt. Der letzte Genozid auf europäischem Boden wurde an Muslimen (8000 Bosniaken in Srebenica) verübt. Auf was haben sich diese Leute berufen als sie die Muslime getötet haben? Es geht hier nicht darum, die von Muslimen verübte Morde zu verschleiern oder mit dem Islam begründete Terrorakte zu relativieren. Es geht eher darum ein falsches Bild zurechtzurücken und einen sich weiter vertiefenden Hass gegen den Islam und die Muslime zu entlarven.

Ein Student der Islamwissenschaft im 1. Semester wird der Zusammenhang der oben genannten Verse deutlich, wenn das Fach Koranexegese (Tafsir) besucht. Denn da wird sein Dozent ihm die Regeln der Exegese erläutern. So wird dieser ihm die Bedeutung der eingangs erwähnten Stelle mit der folgenden Koranpassage im Kontext erklären: „Und kämpft auf Allahs Weg gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht! Allah liebt nicht die Übertreter. Und tötet sie, wo immer ihr auf sie trefft ….Wenn sie jedoch aufhören, so ist Allah Allvergebend und Barmherzig“ (2:190ff). Damit wird auch der historische Zusammenhang ersichtlich, bei dem es um die Verteidigung des Lebens der Muslime zur Zeit des Propheten Muhammad (s) ging, die verfolgt und getötet wurden. Zudem bin ich mir auch aufgrund dieser korrekten Erklärung der Bedeutung sicher, dass die gegenwärtigen Auswüchse der Entstellung des Islam und das unrechtmäßige Töten von Unschuldigen und Zivilisten bald aufhören wird. Dafür sind auch eindeutige Anzeichen vorhanden.

Was aber bleibt und weiter wirken wird, ist die Saat des Hasses der Islamhasser, auf dem nichts Gutes gedeiht. Zudem bleibt die Frage, aus welchem Grund muslimische Zivilisten massiv durch das Militär westlicher Staaten getötet werden und wann das aufhören wird?
Muslime im Westen brauchen sich nicht verstecken und können die vielen guten Beispiele erwähnen, die Gutes aus der Überzeugung des islamischen Glaubens leisten. muslimehelfen ist z.B. ein Paradebeispiel dafür, dass der Islam und die Muslime Menschenleben retten und nicht töten. Denn die Muslime deuten das koranische Prinzip seit Jahrhunderten richtig, das da lautet: „...Und wer es am Leben erhält, so ist es, als ob er alle Menschen am Leben erhält...“ (5:32)

Rüştü Aslandur, muslimehelfen

Freitag, 4. Februar 2011

„Ich hinterlasse euch…“


So beginnt üblicherweise ein Testament eines Verstorbenen. Was die Person dann tatsächlich hinterlässt, hängt davon ab, was er bereits vorher als Erbe bekam, in seinem Leben selbst erwirtschaftet hat und zuletzt vor seinem Tod dann in seinem Besitz blieb. Das ist dann sein Erbe, das in einem Testament seinen Ausdruck findet.
Dieses ist das materielle Erbe. Über Geld, Wertsachen, Häuser und anderen Besitz gibt es nach dem Tod des Erblassers unter den Erben fast immer Streit und führt zu Gewalt.
Was hatte der Prophet (s) hinterlassen?
Unser geliebter Prophet (s) hat uns aber auf das geistige und nicht-materielle Erbe hingewiesen, der bedeutender und bleibender ist. Er (s) selbst setzte die Priorität auf diese geistigen Dinge, die entscheidender sind und die von Generation weitergegeben werden sollen. Der Prophet (s) sagte: „Ich habe euch zwei Dinge hinterlassen; ihr werdet nicht in die Irre gehen, solange ihr an ihnen festhaltet: Das Buch Allahs und die Sunna seines Propheten.“ (Malik). Dass die Propheten (s) allgemein kein (materielles) Erbe hinterlassen drückte er (s) auch klar und deutlich aus: „Wir (Propheten) werden nicht beerbt…“ (Buhari)
Was werden wir hinterlassen?
Auch wir, als die Anhänger des Propheten Muhammad (s), sollten uns auf die nicht-materiellen Dinge konzentrieren. Sowohl für uns, als auch als Hinterlassenschaft für unsere Kinder, die Verwandten und die Umma im allgemeinen. Wir können wiederum in den Aussagen des Gesandeten Allahs (s) sehen, was wirklich Wert besitzt und bleibender ist: „Der Vater kann seinem Kind kein besseres Erbe hinterlassen als eine gute Erziehung .” (Tirmizi) und "…Wahrlich, die Gelehrten sind Erben der Propheten, und die Propheten haben (den Erben) weder Dinar noch Dirham hinterlassen, sondern sie hinterließen (den Erben) das Wissen …“ (Abu Dawud). Auch die Sadaqa al-Dscharija gehört in die Kategorie des geistigen Erbes.
Deswegen ist es bei Allah angesehener, wenn man die Rolle eines Erziehers und Lehrers für die Menschen einnimmt, als, dass man bis zur Erschöpfung und (Selbst-)Zerstörung ausschließlich in seinem Leben den materiellen Dingen hinterherjagt. In solch einem Fall werden sich zuletzt die Erben noch darum streiten und die, die keinen Anteil vom Erbe erhielten, gehen leer aus. Bei einem geistigen Erbe hingegen wird es keinen Streit geben. Im Gegenteil: Das geistige Erbe stiftet Frieden und jeder Mensch, der damit in Berührung kommt, profitiert davon.

Rüştü Aslandur, muslimhelfen